Als ich mich zum ersten Mal mit dem autonomen Nervensystem beschäftigt habe, hätte ich nicht gedacht, dass mein Fokus dort lange verweilen wird. Doch dieses autonome Wunder hat mich gepackt.

In diesem Beitrag möchte ich dir ein bißchen von der Magie erzählen, die auch in deinem Körper innewohnt.

Ich widme mich folgenden Fragen :

Was ist das autonome Nervensystem?

Warum ist es wichtig für mich und dich?

Welche Rolle spielen unsere Emotionen?

Das autonome Nervensystem wird auch vegetatives Nervensystem genannt. Ich nutze hier den Begriff autonomes Nervensystem (ANS). Einfach, weil ich es klarer im Ausdruck finde. Denn dieses großartige System funktioniert völlig automatisch, ohne das wir es bewusst steuern müssen.

autonom – automatisch, selbstständig, unabhängig.

Es steuert und reguliert die unbewussten aber lebenswichtigen Körperfunktionen, wie unter anderem die Atmung, die Verdauung, den Stoffwechsel, Hunger, Durst und den Herzschlag.

Dein autonomes Nervensystem versetzt deinen Körper stets in die Lage, auf die Umstände, in denen er sich befindet, optimal zu reagieren.

Bei Hunger und Durst bin ich schon ziemlich hellhörig geworden, ich esse für mein Leben gern und möchte dabei das Atmen auch nicht vergessen. Ausserdem liebe ich mein Herz, denn durch jeden Herzschlag fließt leben durch meine Adern.

Grund genug also um mich und meinen Körper besser kennenzulernen.

Das autonome Nervensystem besteht aus zwei Ästen.

Dem Sympathikus und den Parasympathikus.

Den Sympathikus können wir mit einem Gaspedal in einem Auto vergleichen. Er beeinflusst eine Reihe von Organen und Körpersystemen und erhöht dadurch die Leistungs- und Handlungsbereitschaft des Körpers. Ohne den Sympathikus könnten wir morgens kaum aufstehen, auch unsere „Kampf oder Flucht“ Reaktion wäre ohne den Sympathikus nicht mehr möglich.

Spätestens wenn wir mal vor einem bellenden Hund weglaufen müssen fangen wir an, unser „Kampf oder Flucht“ Reaktionsvermögen wertzuschätzen.

Den Parasympathikus kannst du dir als Bremse im Auto vorstellen. Jede Aktion im Körper benötigt eine Gegenreaktion um das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Der Parasympathikus stimmt die Funktionen der Organe aufeinander ab, sodass der gesamte Körper in einen Zustand der Regeneration und Erholung gleiten kann.

Das sympathische und parasympathische Nervensystem (zusammen das autonome Nervensystem) wirken auf beinahe sämtliche Organe ein. Das menschliche System funktioniert am  besten, wenn alle Systeme harmonisch und synchron miteinander kooperieren.

Wenn dich also ein Hund in Fluchtbereitschaft (Gas) versetzt, werden alle Systeme darauf vorbereitet, schnell zu handeln, um der Gefahr „aus dem Weg zu gehen“. Ist diese Gefahr vorüber, dann nimmt die Aktivität des Parasympathikus (Bremse) zu, um das System wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Aber wie verhält es sich mit unseren täglichen Emotionen? Welchen Einfluss haben sie?

Oft ist es im Alltag nämlich nicht der Hund, der unser System in „Kampf oder Flucht“ Modus versetzt sondern unsere eigenen Emotionen und Gedanken über unseren Chef, die Arbeit, über unseren Partner, unsere Gesundheit und über Herausforderungen die wir als problematisch ansehen.

Emotionen beeinflussen das ANS und fluten das Blut mit Hormonen. Dabei empfinden wir aufbauende Emotionen, wie Freude, Dankbarkeit, Wertschätzung und Anerkennung, die für eine hormonelle Reaktion sorgen, als wohlfühlend. Unser Herz tanzt und unser Blick auf die Welt sieht sonnig aus. Das Hormon DHEA wird ausgeschüttet. Es ist ein Vitalitätshormon und wird oft als Anti-Aging-Hormon bezeichnet.

Doch als fühlende Wesen kennen wir alle auch Emotionen wie Sorge, Wut und Frustration. Oft laugen uns diese Emotionen aus. Die hormonelle Reaktion des Körpers, die verschieden Prozesse im Kopf beeinflussen, lassen uns nicht mehr klar denken. Wir fühlen uns irgendwie „kopflos“. Ab einem bestimmten Zeitpunkt gewöhnt sich aber der Körper an diese hormonelle Reaktion. Von diesem Moment an empfinden wir Stress und Ungleichgewicht als „ganz normal“.

„Das gehört doch zum Leben dazu“.

Die dazu passenden Gedanken kreisen im Kopf und verursachen noch mehr von den auslaugenden Emotionen. In diesem Fall wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet. Oft wird es auch als Stresshormon bezeichnet.

Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon. Wird jedoch zu viel davon produziert, können daraus verschiedene Probleme entstehen. Vorübergehend ist das natürlich unproblematisch. Langfristig gesehen kann ein erhöhter Cortisolspiegel jedoch zu Beschwerden und Erkrankungen führen.

Stress ist zu 90% die Ursache all jener Erkrankungen und Beschwerden. In den meisten Fällen ist es der emotionale Stress, der zu diesen Beschwerden und Erkrankungen führt. Emotionen können sich, bei Nichtbeachtung, früher oder später körperlich bemerkbar machen.

Jedoch ist die Frage, die sich hier stellt, NICHT, wie kannst du diese Emotionen vermeiden. Emotionen sind Emotionen und haben ihre Daseinsberechtigung.

Viel mehr geht es doch darum :

Kannst du selbst über deine Emotionen bestimmen oder bestimmen sie dich?

Kannst du sie bewusst fühlen und dich auch bewusst dafür entscheiden sie los zu lassen?

Durch welche Brille möchtest du deine Welt sehen?

Und ist es möglich, dein autonomes Nervensystem durch Emotionen zu beeinflussen?

Das autonome Nervensystem kann nicht direkt beeinflusst werden. Jedoch enden die Nervenbahnen des Sympathikus und Parasympathikus unter anderem im Herzen bzw. in den Muskelzellen des Herzens. Das heißt also, wir können mit dem autonome Nervensystem zwar nicht direkt aber dafür indirekt durch das Herz interagieren.

Daher wird in der heutigen Medizin nach Wegen gesucht, das Gleichgewicht des autonomen Nervensystems wiederherzustellen. Ein wichtiges Forschungsgebiet ist die Herzfrequenzvariabilität. (Auch Herzratenvariabilität genannt – HRV)

Ein HRV-Biofeedback System macht die unterschiedlichen Emotionen als Stressfaktor messbar.

Bevor ich HeartMath kennengelernt habe, war ich mir all dessen gar nicht bewusst. Meine Emotionen und Gedanken haben mich kontrolliert und ich war tatsächlich jene, die dachte, dass Leben ist eben so. Nun weiss ich, dass wir uns alle bewusst entscheiden können ohne darüber nachdenken zu müssen.

Vom Denken zur Wahrnehmung, so möchte ich es beschreiben. Ich spüre nun sehr klar wenn sich etwas unstimmig anfühlt und kann es als Chance zur bewussten Neuausrichtung nutzen.

Doch wie habe ich das getan?

Ich habe mir täglich 10,15 oder auch 20 Minuten Zeit genommen um mit dem HeartMath Biofeedback zu üben.

In den unterschiedlichen Übungen habe ich gelernt, Gefühle in mir ganz bewusst zu erzeugen. Ich habe es so oft geübt, bis dieses bewusst gewählte Gefühl zu meinem neuen Naturell wurde. Durch Dankbarkeit, Liebe, Wertschätzung und Mitgefühl haben ich Herzkohärenz in mir erzeugt.

Dadurch habe ich verstanden, warum Veränderung in uns selbst geschieht.

Ich empfand das Biofeedback System als große Unterstützung. Mit diesem System wurde mir mein inneres Gleichgewicht oder Ungleichgewicht, (Kohärenz oder Inkohärenz), erstmals bildlich vor Augen geführt.

Wir sind eine vorstandsorientierte Gesellschaft und manchmal ist es sehr nützlich, dem Verstand etwas „verständlich“ zu machen, um wieder ganz bei sich und seinem Herzen ankommen zu können. 

Frustration, beispielsweise löst ein Ungleichgewicht im ganzen Körpersystem aus während Wertschätzung harmonisiert. Ich habe in kürzester Zeit erlernt, mein Körpersystem wohlwollend zu beeinflussen und somit meine Gesundheit, meine innere Stärke, meine Beziehungen, meine Arbeit, ja, mein ganzes Leben, auf eine neue Ebene des Seins zu gestalten.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich vor lauter emotionalen Stress ganze 10 Tage „krank“ im Bett lag. Mein autonomes Nervensystem war so sehr belastet, das es komplett aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und demzufolge war auch mein Immunsystem derart geschwächt, dass sich mein Körper den erstbesten Moment gesucht hat um komplett runterzufahren.

Oft stellt sich die Frage, warum es denn so unterschiedliche Krankheiten gibt. Eine Antwort darauf ist, weil das schwächste Glied bricht. Bist du also über einen längeren Zeitraum emotional gestresst, kann es durchaus passieren, dass sich dieser Stress in deinem Knie oder deinem Fuss bemerkbar macht.

Darauf werde ich in einem späteren Blog-Beitrag genauer eingehen.

Ich hoffe ich konnte dich ein wenig mit in die Welt des autonomen Nervensystems nehmen und vielleicht konntest du erkennen, dass du deine Gesundheit und dein Wohlgefühl selbst gestalten kannst.

Die meisten Menschen sind es gewohnt, dass die Ereignisse ihr Gefühl bestimmen.

Doch wir können mit dem Gefühl die Ereignisse bestimmen. Das macht einen großen Unterschied in der Qualität unseres Lebens aus.

Von Herzen, Nadine.

Quellen : HeartMath